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Faust: Eine Wette gegen die Moral

29 Oct 2016

 

Gestrige Premiere markiert erfolreichen Beginn für die Spielzeit 2016/17

 

 

KALTERN. Das FTB dringt mit „Faust“ an des Pudels Kern des deutschen Theater-Repertoires vor. Der erste Teil der Tragödie vom Gelehrten entblößt die „deutsche Seele“ und stellt die wichtigste moralische Währung auf den Prüfstand: das Gewissen. Die Premiere in Kaltern ist zugleich das Südtirol-Debüt für die junge Schauspielerin Sarah Scherer aus dem Unterland.

 

Das Theaterstück ist eines der bekanntesten Dramen der Weltliteratur. Es wurde bereits unzählige Male analysiert und interpretiert. Die zugrunde liegende Erzählung lässt sich dabei schnell zusammenfassen. „Faust“ ist im Grunde nicht eine einzige Geschichte, sondern eine Verknüpfung zweier Tragödien. Genauer genommen, ist es das Drama zweier Menschen: vom alten unersättlichen Gelehrten und dem jungen unschuldigen Mädchen. Dr. Heinrich Faust (Alexander Flache) ist unbefriedigt von der Wissenschaft und deren Lebens-Praxis. Er sehnt sich nach Sinnlichkeit und Erfüllung. Durch „Zauberei verjüngt“, stürzt er sich in Trubel und Treiben, in Abenteuer und Liebelei. Die kleinbürgerliche Margarete verliebt sich in ihn. Diese Verbindung stürzt das Gretchen ins Elend. Dabei fallen ihre Mutter und der Bruder der Liebe zum Opfer. Dennoch ist der rastlose Faust nicht zu halten. Sie bekommt von ihm ein Kind, das sie aus Enttäuschung und Ängsten umbringt. Gretchen endet im Kerker – gerichtet oder gerettet? Motor des Ganzen: ein Teufel namens Mephistopheles (Gabriele Langes). Er hat mit Gott (Heinz Röser-Dümmig) um die menschliche Seele gewettet – er gewinnt, ist aber am Ende doch der Verlierer.

Das FTB greift den Stoff wieder auf, um der Kernfrage „Was tun sich Menschen einander an?“ nachzuspüren. In dieser Spielzeit steht neben dem altbekannten Ensemble (u.a. Christoph Fortmann, Thomas Giegerich und Suzanne Fabian) ein junges Südtiroler Talent auf der Bühne. Sarah Scherer betritt in der Rolle der Margarete erstmals heimisches Parkett. Die Mimin aus Auer studierte Schauspiel und zeitgenösischen Tanz in Wien. Sie wirkte bereits als Sprecherin, Drehbuchautorin und Choreographin in zahlreichen Produktionen. Unter der Regie von Reinhard Auer freut sie sich nun, eine der Hauptrollen des deutschen Theaterklassikers zu verkörpern. Die Produktion des FTB zeigt dabei im ersten Teil der Tragödie einen Albtraum oder ein Märchen oder ein Moralstück?

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