Aktuelle Produktion

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Es  spielen

Alexander Flache als GREGOR SAMSA 

Martin Andreas Greif als DER ERZÄHLER
und Die Familie/Der Prokurist/Der Zimmerherr/Die Bedienerin

Dramaturgie & Regie

Reinhard Auer

Bühnenbild

Albert Gross

 

Lichtdesign

Julian Geier, Albert Gross

Kostüme

Sieglinde Michaeler, Walter Granuzzo

Produktion

Gabriele Langes

Aufführungstermine

PREMIERE
Sonntag 20.11.
18:00 Uhr
AUER Aula Magna

 

Sonntag 27.11.
18:00 Uhr
BOZEN Waltherhaus

Die Verwandlung
Zwei-Personen-Stück

Zum Stück

Kafka´s „Verwandlung“ ist eine der berühmtesten Erzählungen der deutschen Literatur, ja der Weltliteratur überhaupt. Geschrieben im Herbst 1912 hat die Geschichte des Handlungsreisenden Gregor Samsa, der sich unversehens eines Morgens in ein „ungeheures Ungeziefer“ verwandelt sieht, nichts von seiner Strahlkraft eingebüßt. Ganz im Gegenteil: durch die Erfahrungen des 20. Jahrhunderts Ist die Geschichte nahezu zu einem Symbol für Entfremdung und Unmenschlichkeit geworden. Daher ist es ein großer Anreiz für das Theater, sie auf die Bühne zu bringen.

Es gibt dazu bereits zahlreiche Versuche, vom radikalen Ein-Personen-Stück (in dem Schicksal und Befindlichkeit des Menschen-Insekts quasi in einem Monolog abgehandelt werden) bis zu einer klassischen Version mit mehr oder weniger sämtlichen Personen der Erzählung, in der die Geschichte realistisch geschildert wird.

Wir haben uns zu folgendem Experiment entschieden: lediglich zwei Schauspieler sollen das Geschehen darstellen. Einer, der die Rolle des Gregor Samsa innehat und der andere, der in die Rolle des Erzählers schlüpft und aus dieser nur in bestimmten Momenten heraustritt. Dies ist insbesondere dann der Fall, wenn das Geschehen dramatische Züge annimmt oder der Fortgang der Handlung bestimmte Erfordernisse stellt. 

Die Struktur der Kafkaschen Erzählung (ihr 3-teiliges Schema von Erkenntnis der Verwandlung, Zusammenleben mit und Scheitern an der Mit- bzw. Umwelt, Niedergang und Tod) wird ebenso gewahrt wie die legendär gewordene Qualität von Kafkas Erzählkunst: das Ungeheuerliche sachlich, fast kalt, zu beschreiben, wobei gelegentlich tiefgründiger Humor hervorblitzt. In dieser Mischung aus Bizarrem und Grausamem, die das Vokabel „kafkaesk“ hervorbrachte, zeigen sich auch prophetische Anwandlungen. Keine 20 Jahre später brach sich ja ein Menschenbild Bahn, das beginnen sollte, Menschen als „Ungeziefer“ zu bezeichnen und zu eliminieren.