
Erfolgreich abgespielt: Ein magischer Theatersommer im Versorgungshaus Tisens
Die Vorstellungen des Freien Theaters Bozen im historischen Versorgungshaus von Tisens sind erfolgreich abgespielt – und hinterlassen ein rundum begeistertes Publikum. Nach der vielumjubelten Premiere am 30. Juli folgten im August insgesamt sieben hervorragend besuchte Vorstellungen, die sich zu einem herausragenden Publikums- und Kritikererfolg gestalteten. Ob Kleinkind oder Großeltern, Einheimische oder Feriengäste – die Zuschauer geizten nicht mit Szenenapplaus, stehenden Ovationen und begeisterten Bravo-Rufen. Die Mühen von Gabriele Langes und ihrem Team haben sich mehr als gelohnt!
Ein Wettlauf gegen die Zeit und die eigenen Gefühle
Im Jahr 1872 riskiert der exzentrische Phileas Fogg sein Vermögen für eine kühne Wette: In nur 80 Tagen will er die Welt umrunden. Gemeinsam mit seinem Diener Passepartout bricht er zu einem atemberaubenden Abenteuer auf – dicht gefolgt von Detektiv Fixx, der Fogg für einen Bankräuber hält. Die Route führt über Suez nach Indien, wo die beiden die mutige Prinzessin Aouda retten. Sie schließt sich ihnen an und bringt nicht nur Foggs Zeitplan, sondern auch sein Herz durcheinander. Weiter geht es über Hongkong, Yokohama und die USA zurück nach England. Trotz verpasster Anschlüsse, Stürmen und Sabotage zählt auf diesem weltumspannenden Ritt jede Sekunde!

Ein Ensemble in Höchstform
Als einer der zentralen Erfolgsgaranten erwies sich das spielfreudige Ensemble. Martin A. Greif avancierte als schlagfertiger Passepartout rasch zum absoluten Publikumsliebling, den er mit feinem französischen Akzent und mitreißender Körpersprache verkörperte. Ihm in nichts nach stand Manuel Bauhofer als Phileas Fogg: Bravourös meisterte er die Wandlung des steifen englischen Gentleman zu einem empathischen Menschen.
Rebecca Halm überzeugte als Prinzessin Aouda mit einem feinfühligen Spiel im Spannungsfeld zwischen verliebter Romantik und moderner Emanzipation – das Paar durfte völlig zu Recht riesigen Beifall entgegennehmen. Als „Bösewicht“ Detektiv Fixx glänzte Christoph Fortmann, der den klassischen Intriganten gekonnt auf die Bühne stellte. Gabriele Langes und Heinz Röser-Dümmig wiederum bewiesen in vielseitigen Mehrfachrollen ihr großes Können – unter anderem Gabriele als fernöstlicher Lotse und Heinz als bodenständiger englischer General.
Für ganz besondere musikalische Glanzpunkte sorgten die beiden Sänger Elisabeth Langes (Tisens) und Paul Brugger (Terlan) – sowohl in ihren Solonummern als auch im Duett. Elisabeth brillierte in ägyptischen, indischen und japanischen Rollen, während Paul als stimmgewaltiger Clown-Bass im Zirkus glänzte. Auch die gemeinsamen Ensemblenummern wie das beschwingte Matrosenlied oder das erhabene „Hail Britannia“ wurden dank ihrer Stimmgewalt zu echten Ohrwürmern.
Bildgewaltiger Theaterzauber und kreative Köpfe
Das bestechende Bühnenbild von Nadja Simeonova (Trient), von Julian Geier (Nals) in stimmungsvolles Licht getaucht, zog alle Blicke auf sich. Inspiriert von Hundertwasser erzählte ein 50 m² großer bemalter Hänger zusammen mit minimalistischen Requisiten die ganze Welt. Besonders die fantasievolle Verwandlung einer bemalten Leiter – mal als Schiff auf den Ozeanen, mal als Elefant in Indien oder als Gefängnis in England – bestach durch geniale Originalität. Die treffsicheren Kostüme von Sieglinde Michaeler und Walter Granuzzo (Brixen) rundeten das optische Gesamtbild perfekt ab.
Nicht zuletzt legte die passgenaue Spielfassung von Regisseurin Greta Lindermuth und Dramaturg Reinhard Auer das Fundament für diesen rasanten Theaterzauber. Ein rundum verdienter Erfolg und ein riesiges Bravo an alle Beteiligten!
